Chemie-Tarifrunde 2015

"Wir fordern, was gerecht ist!"

Mehr als 1000 Kolleginnen und Kollegen von Bayer Berlin gingen am 19. März auf die Straßen Berlins und demonstrierten für die Forderungen der IG BCE in der aktuellen Tarifrunde Chemie. Nach dem Abbruch der dritten Verhandlung in Neuss am 12. März und einem Angebot der Arbeitgeber, dass die Beschäftigten in der chemischen Industrie regelrecht als Kampfansage auffassen, finden überall in Deutschland Protestkundgebungen statt. In Berlin machten die Bayer Beschäftigten - unterstützt von Kolleginnen und Kollegen aus Chemiebetrieben wie Continental und Total Deutschland - deutlich, dass sie weiter Druck machen werden und auch zu mehr bereit sind.

© Jörg Zschimmer

Der Demonstration vorausgegangen war eine Betriebsversammlung der Bayer Beschäftigten im Friedrichstadtpalast. Dort sprach die Landesbezirksleiterin der IG BCE Nordost, Petra Reinbold-Knape: „1,6 Prozent – so wenig mehr an Entgelt sind den Arbeitgebern also diejenigen wert, die für ihre Unternehmen die Gewinne erwirtschaften. Die Antwort der Beschäftigten zeigt sich heute und in den kommenden Tagen mit den großen Protesten auf der Straße. Konzerne wie Bayer melden ein Rekordergebnis nach dem nächsten und mögen damit zwar Leuchttürme sein, bieten aber doch Orientierung über die gute Lage der Branche insgesamt. Unsere Forderung von 4,8 Prozent mehr Entgelt ist absolut gerechtfertigt!“

Oliver Heinrich, Bezirksleiter der IG BCE Berlin-Mark Brandenburg: „Wir fordern den gerechten Anteil an den Unternehmenserfolgen für die Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ein. Doch es geht uns um mehr: um die Bewältigung des demografischen Wandels in den Betrieben, um Entlastung für die älteren Kolleginnen und Kollegen und Zukunftsaussichten für die jungen. Deshalb wollen wir den Ausbau des Demografiefonds erreichen und mit der Weiterentwicklung des Tarifvertrags Demografie zukunftsweisende Zeichen setzen. Auch dafür gehen wir auf die Straße!“

  • Großdemo Berlin
    Foto: 

    Gero Breloer

    Rund 1000 Teilnehmer nahmen an der Demonstration zur Chemie-Tarifrunde in Berlin teil.

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In der Tarifrunde Chemie fordert die IG BCE eine Anhebung der Entgelte um 4,8 Prozent, die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 60 Euro und den Ausbau des Demografiefonds mit einer Weiterentwicklung des Tarifvertrags „Demografie und Lebensarbeitszeit“. Nachdem die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde das Angebot von 1,6 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von 15 Monaten und eine einmalige Zahlung von 200 Euro in den Demografiefonds vorlegten, hatte die IG BCE die Verhandlungsrunde abgebrochen.

Am 26. und 27. März treffen sich in Stuttgart die Tarifkommission der IG BCE und der Bundesarbeitgeberverband Chemie zur vierten Tarifverhandlung für die deutsche chemische Industrie. Sollte es zu keiner Einigung kommen, setzt unverzüglich im Anschluss das Schlichtungsverfahren ein.

Die Friedenspflicht für die IG BCE in der Tarifrunde Chemie endet in den westdeutschen Tarifbezirken einschließlich Berlin-West am 31. März. In der ostdeutschen chemischen Industrie endet die Friedenspflicht am 30. April.

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