Bundesjugendtreffen

Die Jugend bewegt sich

Gute Stimmung und bestes Wetter: Das Bundesjugendtreffen in Reinwarzhofen begeisterte die rund 800 Teilnehmer. Auf dem Programm standen politische Workshops, Mitmachaktionen der Landesbezirke und eine Playback-Show. Das Motto: Unser Beat, der Dich bewegt!

Jens Wegener

02.06.2016
  • Von: Alexander Reupke

Jana Poppe zieht vergeblich an einem mit mehreren Sandsäcken beschwerten Seil. Erst als einige Umstehende der 25-Jährigen zu Hilfe eilen, bekommen sie gemeinsam den Sack vom Fleck. »Im Betrieb sind wir nur zusammen stark, alleine können wir dem Arbeitgeber nur wenig entgegensetzen «, erklärt der 21-jährige Benjamin Chwalak, der die Aktion für den Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland mitorganisiert hat. Danach durchläuft Jana noch drei weitere Stationen eines Parkours beim Bundesjugendtreffen in Reinwarzhofen. Die Aktionen passen zum Motto des Treffens: »Unser Beat, der Dich bewegt!«

Sie balanciert etwa auf einem runden Wackelbrett und hält einen Gymnastikball mit der Aufschrift »Gesellschaft« mit ausgestreckten Armen vor sich. Neben den Themen Betrieb und Gesellschaft setzt sich die gelernte Industriekauffrau so spielerisch mit Politik und Tarif auseinander.

Bei der Eröffnung der viertägigen Veranstaltung spricht Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE, über die Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen. »Wir setzen uns für sie ein«, sagt Glänzer. »lasst uns gemeinsam für eine offene und demokratische Gesellschaft kämpfen.« Die Jugend spiele dabei eine entscheidende Rolle. »Sie ist immer vorne mit dabei,« so Glänzer weiter. So etwa bei der Demonstration gegen Leiharbeit und Werkverträge in München.

Die jungen Gewerkschafter setzen sich in Workshops mit weiteren Fragen auseinander: Wie erreiche ich die Politik und welchen Themen sind uns wichtig? Wie steht’s um die Berufsausbildung? Josef Holnburger, Mitglied des Bundesjugendausschusses, hofft auf eine baldige Änderung des Berufsbildungsgesetzes: »Wir brauchen kostenlose Bildung für alle. Ausgaben für Schulbücher müssen übernommen werden.

« Bildung liegt auch Jana Poppe am Herzen. Sie studiert Berufsschullehramt und engagiert sich im Jugendbildungsarbeitskreis Nord: »Arbeiten nach dem Berufsschulunterricht – das geht gar nicht.« Berufsschüler müssten aber oftmals nach Schulschluss noch in den Betrieb. Nebenan kracht vor dem Zelt des Landesbezirks Nordost ein Wackelturm in sich zusammen. Der Turm symbolisiert die Gesellschaft, die kollabiert ist, weil zu viele Steine entfernt wurden. Zufrieden beendet Jana ihren Parkour: »Gewerkschaftliche und gesellschaftspolitische Inhalte wurden auf dem Bundesjugendtreffen spannend inszeniert.«

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