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02.03.2015

Außerordentliche Bezirksdelegiertenkonferenz am 14.02.2015

Die Zukunft der Guten Arbeit

Oldenburg. Neue Initiativen zur Humanisierung der Arbeitswelt hat der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann am Sonnabend in Oldenburg gefordert.

van Elten

Hauptredner auf der außergewöhnlichen Bezirksdelegiertenkonferenz Reiner Hoffmann: "Es ist unser Ziel, mehr Menschen unter den Schutz von Tarifverträgen zu bringen."

Oldenburg. Neue Initiativen zur Humanisierung der Arbeitswelt hat der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann am Sonnabend in Oldenburg gefordert. Früher sei es unter dem Stichwort Humanisierung um Belastungen durch Lärm und Staub gegangen, sagte Hoffmann bei der Bezirksdelegiertenkonferenz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Heute bedrohten Stress und ständige Erreichbarkeit die Gesundheit von Arbeitnehmern. „Es ist unser Ziel, mehr Menschen unter den Schutz von Tarifverträgen zu bringen“, erklärte der DGB-Vorsitzende, „dieser Verantwortung dürfen sich auch die Arbeitgeber nicht entziehen“. Wie sich Arbeit verändert und wie man im Sinne der Beschäftigten „Gute Arbeit“ gestalten kann, war Thema der außerordentlichen Konferenz von knapp hundert Betriebsräten und Gewerkschaftsdelegierten aus dem IG-BCE-Bezirk Oldenburg.

 

„Wir müssen aufpassen, dass die Entgrenzung von Arbeit nicht zu grenzenloser Arbeit führt“, warnte Ralf Sikorski vom geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE. Regelungen für die Erhaltung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit gerade älter werdender Belegschaften wolle die Gewerkschaft vor allem auf Betriebsebene finden. Deshalb dürften die Demografie-Tarifverträge nicht auslaufen, sagte Sikorski mit Verweis auf die laufende Tarifrunde in der Chemieindustrie. „Es geht darum, Arbeitsplätze alterns- und altersgerecht zu gestalten und gleitende Übergänge in die Rente zu ermöglichen. Wer entsprechende Vorschläge als kollektive Arbeitszeitverkürzung darstellt, hat das Thema nicht begriffen“, kritisierte er die Haltung der Arbeitgeber, die bisher kein Angebot vorgelegt haben.

 

In Arbeitsforen befassten sich die Delegierten im Einzelnen mit den Herausforderungen des demografischen Wandels in der Schichtarbeit und den Veränderungen von Produktionsprozessen durch Digitalisierung. „Gute Arbeit“ im Sinne von Menschen war dabei Leitbild, nicht eine Vision von Computersystemen, die einst flexible Arbeitnehmer über Smartphone aus dem Wochenende an die Maschinen rufen. „Unsere Betriebsräte und Vertrauensleute werden das aufgreifen und weiter behandeln“, kündigte die Leiterin des IG-BCE-Bezirks Oldenburg Vera Ackermann an. „Die IGBCE wird  die Arbeit der Zukunft mitgestalten und Antworten auf die Fragen der Zeit haben“

Text: Sigrid Thomsen